Nächstes Maximum in 236 Tagen
Lyriden 2027: Maximum, Ursprung und Sichtbarkeit
Die Lyriden sind ein alter, verlässlicher Frühlingsstrom mit schnellen Meteoren und gelegentlichen hellen Nachleuchtspuren. Ihr Radiant liegt nahe der Leier, obwohl die Partikel natürlich nicht aus diesem Sternbild kommen.
Jahresaktuell berechnet
Lyriden 2027 beobachten
Zeiten, Mond und Blickrichtung beziehen sich auf Deutschland (Mitte). Die Idealrate ist kein Versprechen für einen einzelnen Beobachtungsort.
DWD-Wetter folgt
Für eine belastbare Ortsprognose ist es noch zu früh
Die astronomischen Termine stehen bereits fest. Das DWD-Wetterfenster wird automatisch ergänzt, sobald die Beobachtungsnacht in Reichweite der Prognosedaten kommt.
* ZHR richtig lesen: Die Idealrate gilt bei vollkommen dunklem Himmel, freier Rundumsicht und einem Radianten im Zenit. Eine einzelne Person sieht unter realen Bedingungen gewöhnlich deutlich weniger.
Entstehung des Stroms
Woher kommen die Lyriden?
Der Mutterkörper ist der langperiodische Komet C/1861 G1 (Thatcher), der 1861 entdeckt wurde. Seine heutige Umlaufzeit liegt bei ungefähr 416 Jahren. Dass der Komet nur selten in Sonnennähe kommt, verhindert den jährlichen Strom nicht: Seine über viele Umläufe abgegebenen Partikel sind längst entlang der Bahn verteilt.
Wenn die Erde im April den staubreichen Bahnbereich kreuzt, treffen diese Teilchen auf die Atmosphäre und erzeugen die Lyriden. Historische Beobachtungen des Stroms reichen viel weiter zurück als die Entdeckung des Mutterkometen; die Zuordnung gelang erst durch den Vergleich der Bahnen.
Jahreszeit und Uhrzeit
Warum sind sie gerade dann sichtbar?
Der Apriltermin wird durch die Position der Erde auf ihrer Sonnenbahn bestimmt. Die Erdachse verursacht den Termin nicht, beeinflusst aber zusammen mit dem Beobachtungsort, wie hoch der Radiant über dem Horizont steht und wie lang die Nacht ist.
Am Abend steht der Radiant noch niedriger. Mit der Erdrotation steigt er in Deutschland höher, und nach Mitternacht dreht sich der Standort stärker auf die in Flugrichtung liegende Seite der Erde. Beides erhöht gewöhnlich die beobachtbare Rate bis zur Morgendämmerung.
Tempo und Leuchtspuren
Wie verhalten sich die Meteore?
Mit rund 49 Kilometern pro Sekunde gehören Lyriden zu den schnellen Meteoren. Manche hinterlassen leuchtende Ionisationsspuren, die noch kurz nach dem eigentlichen Meteor sichtbar bleiben; auch einzelne Feuerkugeln kommen vor.
Die normale Aktivität ist moderat, gelegentlich wurden jedoch unerwartete Verstärkungen beobachtet. Solche Schwankungen zeigen, dass der Partikelstrom nicht überall gleich dicht ist und alte Staubfilamente dynamisch verändert werden.
Was wir wissen – und was nicht
Stand der Zuordnung
C/1861 G1 (Thatcher) gilt als gesicherter Mutterkomet. Einzelne kurzfristige Aktivitätsspitzen lassen sich dennoch nicht für jedes Jahr exakt vorhersagen.
- Mutterkörper
- C/1861 G1 (Thatcher)
- Typ
- langperiodischer Komet
- Radiant
- Leier
- Eintrittstempo
- etwa 49 km/s
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu den Lyriden
Wann ist das nächste Maximum der Lyriden?
Das nächste berechnete Maximum liegt am 23. April 2027 gegen 03:45 Uhr deutscher Ortszeit. Der reguläre Aktivitätszeitraum reicht vom 14. April bis 30. April.
Woher kommen die Lyriden?
Der Mutterkörper ist der langperiodische Komet C/1861 G1 (Thatcher), der 1861 entdeckt wurde. Seine heutige Umlaufzeit liegt bei ungefähr 416 Jahren. Dass der Komet nur selten in Sonnennähe kommt, verhindert den jährlichen Strom nicht: Seine über viele Umläufe abgegebenen Partikel sind längst entlang der Bahn verteilt.
Muss Komet Thatcher für Lyriden in Erdnähe sein?
Nein. Die Erde trifft auf Staub, der bereits entlang der Kometenbahn verteilt ist. Der Komet selbst kehrt erst nach mehreren Jahrhunderten in Sonnennähe zurück.
Warum sieht man Lyriden eher nach Mitternacht?
Dann steht der Radiant höher und der Beobachtungsort dreht sich auf die vorwärts gerichtete Seite der Erde, die mehr Partikel aufnimmt.